Projektinformationen

Brandberg-Daureb Datenbank: Open Access Datenbank zur prähistorischen Felskunst Namibias

http://datenportal.ianus-fdz.de/pages/collectionView.jsp?dipId=1672239#collectionFiles

"Zusammenfassung

Die Brandberg-Daureb Datenbank ist ein Resultat des DFG-Projekts (Deutsche Forschungsgemeinschaft) 'Felsbilder im Hohen Brandberg', das in der Felsbildforschung einen neuen Standard in Dokumentation und Publikation gesetzt hat. Diese weltweit in ihrer Vollständigkeit und Genauigkeit einzigartige Dokumentation wurde zwischen 1989 und 2006 nahezu vollständig vom Heinrich-Barth-Institut e.V. (Köln) in sechs Katalogen publiziert (Pager 1989-2006). Zusätzlich wurden alle Bilder sowie über 4800 Szenen anhand eines neuartigen, an sprachwissenschaftlichen Methoden orientierten Aufnahmeverfahrens (Lenssen-Erz 2001) erfasst und als Katalog in Buchform offen zugänglich gemacht. Der zu diesen Publikationen gehörige digitale Brandberg-Daureb Datenbestand ist hier nun vollständig verfügbar (ausgenommen ist die noch unpublizierte Numas Schlucht). Damit ist eine wegen ihrer Geschlossenheit und Komplexität weltweit einmalige Datengrundlage frei zugänglich.

Der Brandberg-Daureb Datenbestand enthält (jeweils menschenlesbar und maschinenauswertbar):

- Die vollständige Tabelle über 39.075 Einzelfiguren von 652 Fundstellen.

- Die vollständige Tabelle aller 4842 Szenen, die von diesen Einzelfiguren gebildet werden.

- Zusätzliche räumliche Informationen zu den vollständigen Fundstellen.

               

Projektbeschreibung

Der 1985 verstorbene Harald Pager erstellte in den Jahren zwischen 1977 bis 1985 eine Dokumentation von mehr als 43000 einzelnen Felsbildmotiven von 840 Fundstellen im Brandberg/Daureb, Namibia.

Ausgehend von dieser einmaligen Dokumentation der Felskunst des Brandberges (Daureb in der Sprache der dort ansässigen Damara), wurde im Rahmen dieses Projektes erstmals die prähistorische Kunst einer streng eingegrenzten Region mit sämtlichen Bildern vollständig vorgelegt. Pagers Hauptaugenmerk lag auf dem Durchzeichnen sämtlicher erkennbarer Bilder auf Transparentfolien direkt vom Felsen. Getreu der archäologischen Maxime, dass die Fundumstände so wichtig sind wie der Fund, wurde jede Fundstelle in einer maßstäblichen Ansicht- und Aufsichtszeichnung wiedergegeben. Dies, zusammen mit Daten über die landschaftliche Einbindung der Fundstellen, ermöglichte erstmals eine strenge Systematisierung der vielen verschiedenen Stellen und daraus abgeleitet die Modellierung eines Nutzungsmusters der Landschaft durch die prähistorischen Maler. Auf die Bilder selbst bezogen wurde ein textueller Analyseansatz entwickelt, der nicht nur die streng systematisierte Definition von Szenen erbrachte, sondern insgesamt eine Strukturierung der Bilder erfasst, die die Speicherung der Bildmotive in einer Datenbank auf eine solche Weise ermöglicht, dass auch detaillierte Handlungsparameter im gesamten Datenbestand (>39.000 Figuren) abgefragt werden können.

Zwischen 1989 und 2006 wurden sechs doppelbändige Monographien mit den Widergaben aller Bilder vorgelegt (auf insgesamt 4038 Seiten). Hier wurden Malereien und Fundstellen in einheitlichen Maßstäben reproduziert, bei den Malereien wurden Farbtöne in 30 standardisierte schwarz-weiß-Kodierungen übertragen. Ein Meilenstein in der Zusammenarbeit mit dem Partnerland Namibia war die 2005 mit einer internationalen Konferenz und einer Veranstaltungswoche verknüpfte Übergabe der originalen Felsbilddokumentation Pagers unter dem Titel 'A Homecoming of Rock Art' an das National Archive of Namibia.

               

Beschreibung Datensammlung


Datenerzeugung:

  • 1977 - 1985: Feldaufnahmen (Anfertigung von Zeichnungen und Fotografien) vor Ort am Brandberg/Daureb durch Harald Pager und lokale Assistenten ;
  • 1989 - 2006: Auswertung und Publikation der Arbeiten von Harald Pager durch ein Team des Heinrich-Barth-Instituts an der Universität Köln;
  • 2012 - 2017: Digitalisierung der analogen Datenbestände von Harald Pager durch das African Archaeology Archive Cologne (AAArC) in der Forschungsstelle Afrika der Universität zu Köln.

Die Informationen zu den Einzelfiguren und Szenen zusammen mit räumlichen Informationen zu den Fundstellen der Brandberg/ Daureb Felskunst, wurden ursprünglich für die Buchpublikation erstellt und in sechs Bände sukzessive vorgelegt. Diese Vielzahl an Tabellen wurde zu je einer Datei mit den 39.075 Einzelfiguren, 4842 Szenen und einer Datei mit den 840 Fundstellen zusammengeführt. Somit liegt der gesamte Datensatz in einer vollständig menschenlesbaren und maschinenauswertbaren digitalen Version vor und kann zur Weiternutzung heruntergeladen werden."

 

[Quelle und weitere Informationen: http://datenportal.ianus-fdz.de/pages/collectionView.jsp?dipId=1672239 (abgerufen am 25.06.2018)]

Startdatum: 2012 Enddatum: 2017

Projektort: Köln

Institutionen

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