Projektinformationen

CDS - Codex diplomaticus Saxoniae

http://codex.isgv.de

"Der „Codex diplomaticus Saxoniae“ (CDS) wurde 1860 von der Sächsischen Staatsregierung als Editionsvorhaben für sämtliche die wettinischen Markgrafen, Landgrafen, Herzöge und Kurfürsten sowie ihre sächsischen Territorien betreffenden Urkunden von den Anfängen bis zur Leipziger Teilung (1485) gegründet. Mit seinen 32 bislang erschienenen Bänden stellt der „Codex“ das zentrale mittelalterliche Urkundenwerk für den sächsisch-thüringischen Raum dar. Aufgrund der großen reichspolitischen Bedeutung der Landgrafen von Thüringen, Markgrafen von Meißen und Herzöge bzw. Kurfürsten von Sachsen und aufgrund der herausragenden Stellung Sachsens und Thüringens unter den deutschen Geschichtslandschaften des hohen und späten Mittelalters kommt dem Editionsvorhaben weit überregionale Bedeutung zu.

Nach überaus produktiven ersten Jahrzehnten wurde die Arbeit am „Codex“ noch vor dem Ersten Weltkrieg faktisch eingestellt, jedoch wurde das Projekt nie offiziell aufgegeben. Als Planvorhaben der 1950 wiederbegründeten „Historischen Kommission für Sachsen“ und deren Eingliederung in die Sächsische Akademie der Wissenschaften wurde das Editionsvorhaben im Jahr 1956 ein Akademieprojekt, konnte aber auch in diesem Rahmen nicht weiter gefördert werden. Seit 1998 setzten intensive Bemühungen zur Wiederaufnahme der „Codex“-Bearbeitung ein, die schließlich 2002 zur Fortsetzung des CDS zunächst als Teil des Akademieprojekts „Quellen und Forschungen zur Sächsischen Geschichte“ führten. Seit 2008 ist das Vorhaben wieder ein eigenständiges Forschungsvorhaben der Akademie, das arbeitsteilig mit dem »Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde in Dresden (ISGV) die Editionsarbeit weiterführt. Während die auf Sachsen konzentrierten „Codex“-Hauptteile II (Sächsische Klöster, Stifte, Städte) und III (Papsturkunden in Sachsen) vom ISGV bearbeitet werden, übernimmt die Akademie die Fortsetzung des Hauptteils I, der die Urkunden der Markgrafen von Meißen und Landgrafen von Thüringen umfasst und dem überregionale Bedeutung zukommt. Die 2002 begonnenen Arbeiten galten zunächst der Herstellung eines Registers zu dem 1898 erschienenen Hauptteil I A 3, der die Markgrafen- und Landgrafenurkunden von 1196 bis 1234 enthält. Das Register liegt seit 2009 als eigener Ergänzungsband des CDS vor. Seitdem konzentriert sich die Arbeit auf die Edition der mark- und landgräflichen Diplome der Jahre von 1235 bis 1288, dem Todesjahr Markgraf Heinrichs des Erlauchten. Darüber hinaus sammelt und dokumentiert das Akademievorhaben die urkundliche Überlieferung der regierenden Wettiner von 1289 bis zum Ende der selbstständigen Regierung Landgraf Friedrichs des Freidigen im Jahr 1320. Ein erster Band nach Wiederaufnahme der Edition konnte 2014 mit den Mark- und Landgrafenurkunden der Jahre 1235 bis 1247 vorgelegt werden. 2017 ist ein weiterer Band erschienen, der die Urkunden von 1248 bis 1264 enthält. Die Edition der Urkunden von 1265 bis 1276 ist in Vorbereitung."


"Die Bände des Codex diplomaticus Saxoniae werden von den größeren Bibliotheken Mitteldeutschlands - soweit überhaupt vollständig vorhanden - im Präsenzbestand gehalten und können nur eingeschränkt zur Verfügung gestellt werden. Dem stehen die zahlreichen Nutzeranfragen durch Studenten, Wissenschaftler, Heimatforscher und andere Interessierte gegenüber. Aus diesem Grunde entschloss sich das Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde (ISGV), dessen Dienstbibliothek über ein seltenes vollständiges Exemplar der Reihe verfügt, das gesamte Corpus der bislang erschienen Bände über das Internet frei verfügbar zu machen. Nach mehreren inhaltlich und funktionell eingeschränkten Vorgängerversionen, die bereits seit dem Jahre 2000 abrufbar waren, kann nun eine endgültige, auch optisch überarbeitete Fassung vorgestellt werden. Der "Codex diplomaticus Saxoniae im Internet" bietet jetzt komfortablen Zugriff auf die gescannten Buchseiten aller 25 Bände der "alten Reihen", der Zugang ist sowohl über die Nummern der Urkunden als auch über die Seitenzahlen und über die inhaltlichen Gliederungspunkte möglich; eine optimierte Druckversion zum Ausdruck der Buchseiten steht direkt über den Browser zur Verfügung und für eine einfache Nutzung muss kein PlugIn mehr geladen werden."

 

[Quellen:

Laufzeit: laufend Startdatum: 1998

Projektort: Dresden, Leipzig

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