Projektinformationen

Digitalisierung und Entwicklung neuer Nutzungsmöglichkeiten von archivalischen Fotobeständen

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Teil des Projekts »"Digitalisierung von archivalischen Quellen"

"Das Landesarchiv Baden-Württemberg befasste sich in seinem Teilprojekt mit der Digitalisierung von Fotobeständen – einer Archivalienart, die immer stärker nachgefragt wird. Obwohl die historische Forschung sich seit einigen Jahrzehnten vertieft mit Bildquellen befasst, nehmen die Nutzer die umfangreichen Bildbestände in deutschen Archiven bisher nur eingeschränkt wahr und greifen immer wieder auf dieselben bekannten Motive zurück. Dies liegt unter anderem daran, dass die üblicherweise textgebundenen Erschließungsinformationen in den Findmitteln den vielfältigen Auswertungsmöglichkeiten von Fotos nicht gerecht werden. Um die Forderungen nach einer gezielten Auffindbarkeit der Quellen zu erfüllen, müssen die Bilder allerdings digitalisiert vorliegen. Dies ist bisher noch nicht in ausreichendem Maße der Fall.

Am Beispiel von zehn charakteristischen Beständen aus allen Archivabteilungen hat das Landesarchiv Baden-Württemberg während des Projekts effiziente Arbeitsabläufe für die groß angelegte Digitalisierung und Bereitstellung von Fotografien erarbeitet. Die besonderen Anforderungen, die sich unter anderem aus der unterschiedlichen Materialbeschaffenheit und den verschiedenen Formaten der Originale ergeben, wurden dabei berücksichtigt. So mussten beispielsweise für Glasplatten- und Filmnegative, Dias, Großnegative auf Rollfilmen und Papierabzüge jeweils im Detail unterschiedliche Schritte im Workflow beachtet werden.

Darüber hinaus erprobte das Landesarchiv Web 2.0-Werkzeuge zur Einbindung externer Nutzer bei der näheren Beschreibung von digitalisierten Archivalien. Um dieses sogenannte "Crowdsourcing" gewinnbringend nutzen zu können, wurden geeignete Archivbestände ermittelt und Methoden sowie Plattformen zur Beteiligung kompetenter Nutzergruppen miteinander verglichen. Die Ergebnisse wurden in einem Konzept zusammengefasst. Darauf aufbauend wurde ein Crowdsourcing-Projekt zur Indizierung baden-württembergischer Kriegsgräberlisten aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg in der Praxis erprobt und umgesetzt (»http://www.landesarchiv-bw.de/web/58895).

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sind darauf angewiesen, dass die von ihnen zitierten Quellen von anderen aufgefunden, eingesehen und überprüft werden können. Damit das digitalisierte Archivgut trotz der relativ häufigen Änderung gängiger Internet-Adressen (URLs) dauerhaft aufrufbar ist, müssen die digitalen Objekte an unveränderliche, weltweit eindeutige Internet-Adressen gekoppelt werden. Das Landesarchiv entwickelte in einem dritten Arbeitspaket eine Strategie zur Verwendung dieser sogenannten "Persistent Identifier".

Zur Gewährleistung zeit- und ortsunabhängiger Forschung müssen bei der Online-Präsentation von digitalisiertem Archivgut des 20. und 21. Jahrhunderts personen-, datenschutz- und urheberrechtliche Schutzfristen geklärt sein. In einem Arbeitspaket wurden Möglichkeiten der Online-Vorlage von Archivgut innerhalb eines geschützten Einsichtsbereiches erarbeitet."

 

[Quelle: https://www.landesarchiv-bw.de/web/55477#55479 (abgerufen am 07.12.2017)]

Startdatum: 01.06.2013 Enddatum: 31.08.2015

Projektort: Stuttgart

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