Projektinformationen

Erschließung, Digitalisierung, Online-Bereitstellung und Langzeitarchivierung von Altsinica der Bayerischen Staatsbibliothek

https://ostasien.digitale-sammlungen.de

Das Altsinica-Projekt unterteilt sich in 2 Phasen:

"DFG-Altsinica-Projekt I (2011-2013)

Das erste, zwischen 2011 und 2013 durchgeführte DFG-Projekt hatte vor 1650 entstandene chinesische Handschriften und Drucke zum Gegenstand.

Unter den ausgewählten Titeln befanden sich die rund 20 (die Datierung ist bei einigen von ihnen mit einem Fragezeichen versehen), teils unikalen Drucke aus den Dynastien Song (960-1279) und Yuan (1279-1368), die zu den wertvollsten Beständen der Bayerischen Staatsbibliothek zählen. Bei der Mehrzahl der Drucke handelt es sich um buddhistische Texte, von denen viele aus frühen Ausgaben des buddhistischen Kanons stammen, die heute nicht mehr komplett vorhanden und von denen einzelne Teile über die ganze Welt verstreut sind. Im Zuge der Neukatalogisierung erfolgte eine Zuordnung der Texte zu den verschiedenen Kanonausgaben.

Bestandteil des Projekts waren darüber hinaus die über einhundert Drucke aus der Ming-Dynastie (1368-1644) aus dem Besitz der Bayerischen Staatsbibliothek, die das breite Spektrum der reichen mingzeitlichen Druckgeschichte (Drucke kaiserlicher Prinzen, Druckprojekte über zwei Dynastien hinweg etc.) abdecken, sowie im qingzeitlichen China (1644-1911) entstandene Drucke westlicher Missionare, die mit ihren christlichen oder naturwissenschaftlichen Inhalten eine Besonderheit der chinesischen Buchgeschichte darstellen.

Unter den bearbeiteten Handschriften befanden sich die drei bereits erwähnten Schriftrollen aus Dunhuang aus der Tang-Zeit (618-907) und andere ikonographisch wie inhaltlich herausragende Stücke.


DFG-Altsinica-Projekt II (2013-2015)

Im Folgeprojekt wurden zwischen 2013 und 2015 überwiegend Drucke, die unter der Herrschaft der Qing-Kaiser Shunzhi (reg. 1644-1661), Kangxi (reg. 1662-1722), Yongzheng (reg. 1723-1735) und Qianlong (reg. 1736-1795) entstanden sind, d.h. aus der ersten Hälfte der Qing-Dynastie (1644-1911) datieren, sowie eine Reihe von qingzeitlichen Handschriften bearbeitet.

Die für das Projekt ausgewählten Titel spiegeln den Universalcharakter der Sammlung wider: Sie umfasst das Schrifttum der Elite (Hofdrucke, Drucke von Verwaltungseinheiten, bibliophile Privatdrucke etc.) genauso wie sogenannte Volks- oder Gebrauchsliteratur, darunter Romane und Erzählsammlungen, Singspiele und Theaterstücke, Almanache, Weissagebücher, Alltagsenzyklopädien, Medizinhandbücher, religiöse Traktate und Lernmaterialien für die kaiserlichen Beamtenprüfungen.

Bestandteil des Projekts waren außerdem mehrere verschiedene Ausgaben des Jieziyuan huazhuan 芥子園畫傳 („Malereihandbuch des Senfkorngartens“) und des Shizhuzhai shuhuapu 十竹斎書畫譜 („Kalligraphien und Bilder aus der Zehnbambushalle“) aus dem 18. und 19. Jahrhundert. Bei diesen beiden Werken handelt es sich um berühmte Malereihandbücher und herausragende Werke des chinesischen Farbholzschnitts, von denen die Bayerische Staatsbibliothek einige sehr kunstvolle Exemplare besitzt.

Bearbeitet wurden außerdem auch rund 40 Handschriften, darunter kaiserliche Erlasse, Urkunden, Memorandenregister, die als Grundlage für die offizielle Geschichtsschreibung dienten, sowie im 18. und 19. Jahrhundert in China für den Export hergestellte Bilderalben und Malereien auf Pflanzenmarkpapier (sogenannte pith papers)."

 

Allgemeine Informationen zu den "Digitalen Sammlungen Ostasien" 

"In den „Digitalen Sammlungen Ostasien“ präsentiert die Bayerische Staatsbibliothek digitalisierte chinesische, japanische und koreanische Handschriften und Drucke aus ihrem reichen Ostasiatica-Bestand. Die Digitalisate sind im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Digitalisierungsprojekts und in Zusammenarbeit mit Google entstanden. Am 1. Februar 2018 fand ein Relaunch des Web-Portals statt.

Neu ist, dass der Viewer „Mirador“ eingesetzt und für die Bildanzeige der internationale IIIF-Standard verwendet wird.

Inhaltlich wurde das Angebot deutlich ausgeweitet: Aktuell besteht Zugriff auf über 2 Millionen Einzelimages. Ein beträchtlicher Teil des urheberrechtsfreien Japonica-Bestands und der Großteil des urheberrechtsfreien Sinica-Bestands der Bayerischen Staatsbibliothek können mithilfe verschiedener Sucheinstiege komfortabel recherchiert und Seite für Seite eingesehen werden. Damit ist eine der großen ostasiatischen Sammlungen des europäischen Raumes weltweit online frei zugänglich."

 

[Quellen: 

 

Anmerkung:

Die Projektbeschreibung bei der DFG finden Sie unter »http://gepris.dfg.de/gepris/projekt/167245217.

Startdatum: 2011 Enddatum: 2015

Projektort: München

Institutionen

zurück