Projektinformationen

Handschriften der UB Erlangen-Nürnberg

http://digital.bib-bvb.de/R/?func=collections-result&collection_id=1995&local_base=UBE

"In einer Universitätsbibliothek, die erst Mitte des 18.Jahrhunderts gegründet wurde, würde man im Allgemeinen keine mittelalterlichen Handschriften vermuten. Dennoch gehört die Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg (UB) zu den bayerischen Bibliotheken mit einem umfangreichen Bestand an mittelalterlichen und neuzeitlichen Manuskripten. Sie besitzt insgesamt an die 2400 Handschriften, darunter knapp 700 mittelalterliche, die ursprünglich aus dem Zisterzienserkloster Heilsbronn, dem Franziskanerkloster Sankt Jobst bei Bayreuth, der Schlossbibliothek Ansbach und der Universitätsbibliothek Altdorf stammen, und im 18. und 19. Jahrhundert nach Erlangen überführt wurden.

Zwar überwiegt die theologische Gebrauchsliteratur, es befinden sich aber auch einige überaus kostbare Einzelstücke darunter. Dazu gehören die älteste Handschrift, die Erlangen besitzt, das sogenannte Fuldaer Evangeliar (»H62/MS 9), das um 850/870 in Fulda hergestellt wurde und über die Schlossbibliothek Ansbach nach Erlangen kam, ebenso wie eine zweite karolingische Bibelhandschrift H62/MS 10[1)  beziehungsweise »H62/MS 10[2), die nur wenig jünger ist, und die berühmte Gumbertusbibel (»H62/MS 1), entstanden Ende des 12. Jahrhunderts, die zu den seltenen romanischen Riesenbibeln zählt.

Wenn auch mittelalterliche Handschriften überwiegend in Latein abgefasst wurden, so besitzt die UB auch Handschriften in deutscher und griechischer Sprache, darunter einen Band mit den in der byzantinischen Kirche gebräuchlichen liturgischen Texten, das “Hieratikon mikron” vom Anfang des 11.Jahrhunderts H62/MS.A 2), sowie einige deutsche Manuskripte, darunter das berühmte Lehrgedicht “Der Renner” von Hugo von Trimberg H62/MS.B 4) und “Die Jagd” von Hadamar von Laber (»H62/MS.B 9). Besondere Erwähnung verdienen auch das in Nordfrankreich verfertigte Stundenbuch der Markgräfin Wilhelmine von Brandenburg-Bayreuth H62/MS 144) und die prachtvolle, in Grisaillemalerei ausgeführte “Epître d′Othéa” von Christine de Pisan (»H62/MS 2361), beide in der Mitte des 15. Jahrhunderts entstanden."

 

[Quelle: https://ub.fau.de/bibliotheken-sammlungen/digitale-sammlungen/#collapse_12036]

Laufzeit: laufend

Projektort: Erlangen

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