Projektinformationen

Kinder- und Jugendliteratur im Medienverbund 1900-1945

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"Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Geschichte der Kinder- und Jugendliteratur weist eine markante Lücke auf, die den Zeitraum 1900-1933 betrifft und die der vorliegende Antrag in spezifischer Weise aufgreift, indem er den sog. Medienumbruch jener Jahre berücksichtigt und als Untersuchungsbeginn das Jahr 1900 ansetzt. Das Interesse richtet sich angesichts des Umbruchs bzw. medialer Modernisierungstendenzen nicht nur auf Literatur, die gedruckt erschien, sondern auch auf die damals neuen Medien: Film und Hörfunk.

Konkret soll es darum gehen, Filme und Hörfunksendungen möglichst vollständig zu erfassen, in denen literarische Stoffe für Kinder und Jugendliche dargeboten wurden, und darüber hinaus die dazugehörigen gedruckten Versionen (Romane, Erzählungen, Märchen, Bilderbücher, Comics etc.) sowie die überlieferten Bühnendarbietungen zu eruieren und weitere Verarbeitungen / Verwertungen (u.a. Merchandising) zu dokumentieren. Eine umfassende Recherche nach Stoffen in Zeitungen/Zeitschriften ist nicht vorgesehen; sofern entsprechende Funde aber gemacht werden, sollen sie ebenfalls erfasst werden. Das Ende des Untersuchungszeitraums wird auf das Jahr 1945 festgesetzt. Damit wird zum einen ein aus historischer Sicht wichtiger Epochenabschnitt markiert; zum anderen liegen aufgrund der eigenen Untersuchungen zur NS-Zeit bereits grundlegende Erkenntnisse für das Medium Buch vor.

Mit der Erforschung der Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Medienverbünde will das Projekt einen innovativen Beitrag zur Geschichtsschreibung der Kinder- und Jugendliteratur leisten, die sich bislang maßgeblich auf das Medium Buch, d.h. auf die Texte beschränkte. Damit wurden inter- und transmediale Aspekte oft ebenso vernachlässigt wie der Blick auf die Beteiligten im sog. Handlungssystem Kinder- und Jugendliteratur (Produzenten, Vermittler, Rezipienten, Verarbeiter). Das Forschungsvorhaben richtet sich also auf die genannten Einzelmedien sowie Medienverbünde, nimmt aber auch die Verschränkungen medialer Techniken, Angebote / Inhalte, Rezeptions- und Distributionsformen in den Blick (Medienkonvergenz). Darüber hinaus werden die Medienverbünde im Kontext der Wissensdiskurse, ästhetischen und schulisch-pädagogischen Wertvorstellungen, politischen Verhältnisse, wirtschaftlichen, technologischen und gesellschaftlichen Entwicklungen ihrer Zeit betrachtet."

 

[Quelle: http://www.uni-bielefeld.de/lili/personen/pjosting/projekte.html (abgerufen am 07.12.2017)]

Startdatum: 2015 Enddatum: 2017

Projektort: Bielefeld

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