Projektinformationen

Virtuelle Ausstellung zur NS-Raubgutforschung an der Bayerischen Staatsbibliothek

https://www.bsb-muenchen.de/ns-raubgutforschung-virtuelle-ausstellung/

"Die Bayerische Staatsbibliothek sucht seit 2003 in ihren Beständen nach NS-Raubgut. Die ehemaligen Eigentümer waren aufgrund der Verfolgung durch die Nationalsozialisten ihres Eigentums beraubt worden oder mussten dieses bei Deportation, Flucht oder Emigration zurücklassen oder weit unter Wert verkaufen.

Ein erstes Projekt untersuchte die Zugänge zwischen 1933 und 1945. In diesem Zeitraum erweiterte die Bayerische Staatsbibliothek ihre Bestände um mehr als 65 000 Bücher. Da die Zugangsverzeichnisse bei einem Bombenangriff verbrannt sind, muss man in den Büchern selbst nach Hinweisen auf mögliche Vorbesitzer suchen. Solche Spuren können handschriftliche Besitzvermerke, Exlibris, Stempel oder Eintragungen von Bibliothekaren sein.

Auch nach Kriegsende kamen geraubte Bücher an das Haus, etwa über den Ankauf von Antiquariaten, über Schenkungen oder über Tauschgeschäfte. 1948 waren der Bayerischen Staatsbibliothek circa 36 000 Titel aus der Bibliothek der ehemaligen NS-Ordensburg Sonthofen übergeben worden.

Wenn sich der Verdacht eines verfolgungsbedingten Entzugs bestätigt hat und die Erben ermittelt werden konnten, werden die Bücher so unbürokratisch wie möglich zurückgegeben. Seit 2006 konnten insgesamt 574 Bände an 21 Personen oder Einrichtungen restituiert werden. Die Werke werden digitalisiert und bleiben mit Angaben zu ihrer Geschichte im Katalog verzeichnet, auch als kleine Mahnmale an das geschehene Unrecht.

Die Virtuelle Ausstellung präsentiert Informationen zu den Arbeitsmethoden der Provenienzforschung und zu den Forschungsprojekten. Der in die Ausstellung integrierte Kurzfilm „Der Fall Alexander Dünkelsbühler” lässt zudem die einzelnen Etappen einer Restitution nachvollziehen – vom Fund des Buches über die Erbensuche bis hin zur Rückgabe.

Die NS-Raubgutprojekte an der Bayerischen Staatsbibliothek werden seit 2013 vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste gefördert."

 

[Quelle: https://www.bsb-muenchen.de/veranstaltungen-und-ausstellungen/ausstellungen/virtuelle-ausstellungen/ (abgeufen am 14.10.2019)]

Projektort: München

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