Projektinformationen

TransCultAA - Transfer von Kulturgütern in der Region Alpe Adria im 20. Jahrhundert

https://www.transcultaa.eu/

"Noch nie zuvor wurde der Transfer von Kulturgütern in der Region Alpe Adria im 20. Jahrhundert gezielt in vergleichender, transnationaler und interdisziplinärer Perspektive untersucht. Das dreijährige Forschungsprojekt hat ein kompetitives mehrstufiges Auswahlverfahren durchlaufen und wird im Rahmen des HERA Joint Research Programme "Uses of the Past" gefördert. HERA steht für "Humanities in the European Research Area" und ist, unter Beteiligung des BMBF, ein europäisches Netzwerk von Forschungsförderern in den Geisteswissenschaften.
Mit "Vergangenheitsnutzung" oder auch „Vergangenheitsbenutzung“ ist eine Fragerichtung benannt, die nicht nur für virulente Fragen der Provenienzforschung und der Zeitgeschichte, sondern für die akademische Disziplin Kunstgeschichte insgesamt konstitutiv ist, da in ihrer Genese die Funktion nationaler Sinnstiftung eine prägende Rolle spielte.
TransCultAA vereint ein multinationales Team in gemeinsamer Grundlagenforschung zu historischen und gegenwärtigen Konflikten von Eigentum an Kulturgütern im Spannungsfeld von Privatbesitz und nationalem Kulturerbe. Ungeachtet seiner regionalen Ausrichtung steht dabei die prinzipielle Dimension einer zutiefst europäischen Konfliktgeschichte im Zentrum. Es geht um Transfer und Translokation, um Beschlagnahme, Verlagerung und Raub von Kulturgütern: Wer transportierte wann was warum wohin? Und wie wurden – und werden – diese zum Teil bis heute andauernden Ortswechsel begründet? Welche Narrative (auch: Mythen und Legenden) sind mit den Objekten und ihrer Dislokation verbunden? Kann die ganzheitliche Autopsie von Quellen (der Täter, der Opfer, der Behörden und Verwaltungen, der Profiteure und Enteigneten, der militärischen und politischen Gegner, der Akteure in den Grauzonen, etc.) dazu beitragen, diese oftmals nationale Ausprägung des kollektiven Gedächtnisses besser zu verstehen?
Schwerpunkt der grenzüberschreitenden Verbundforschung ist die Sammlung, Dokumentation und Analyse der Quellen und Objekte, also der visuellen und schriftlichen Evidenzen. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf dem Transfer von Kulturgütern in historischen und politischen Umbruchphasen. Es gilt, die Wege der Objekte durch Zeit und Raum nachzuzeichnen und zugleich ihre Rolle als symbolisches Kapital zu untersuchen.
Der Forschungsverbund vereint Kolleginnen und Kollegen aus Deutschland, Italien, Kroatien und Slowenien. Er wird durch Partner u.a. aus Österreich unterstützt."

 

[Quelle: https://www.zikg.eu/projekte/projekte-zi/transcultaa (abgerufen am 19.09.2018)]

 

Anmerkung:

Einen Flyer zu TransCultAA finden Sie unter »https://www.zikg.eu/projekte/pdf/transcultaa.

Startdatum: 09.2016 Enddatum: 08.2019

Projektort: München, Ljubljana, Udine, Zagreb

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